Logo vslulogo wartegg neu

Fragen und Antworten

An den Informationsveranstaltungen vom 8. Juni und 29. September 2010 wurden die Eltern der Schule Wartegg über die Einführung von IF informiert. Die gesammelten Fragen wurden von den Lehrpersonen und der Schulleitung wie folgt beantwortet:

Kommen leistungsstarke Kinder nicht zu kurz? Bekommen die unauffälligen Schüler/innen genügend Förderung?

Begabungsförderung ist Bestandteil von IF. stifte_5Auch unauffällige Kinder haben ein Anrecht auf Förderung. Ein Teil der IF-Lektionen wird im Teamteaching unterrichtet, d.h. zwei Lehrpersonen sind für den Unterricht der ganzen Klasse verantwortlich. Dadurch haben die Lehrpersonen mehr Zeit für die Bedürfnisse des einzelnen Kindes. Der Schule Wartegg ist es wichtig, dass IF allen Lernenden zugute kommt.

Reichen die zur Verfügung stehenden IF-Lektionen, um die Kinder individuell zu fördern? Was ist von IF ausserhalb der IF-Lektionen umsetzbar?

Für 120 Lernende stehen 29 IF-Lektionen pro Woche zur Verfügung, die neben den bisherigen Unterrichtslektionen dazukommen. Die Begabungsförderung ist bei dieser Berechnung miteinbezogen. Lektionen für Deutsch als Zweitsprache und Klassenhilfen für besondere Unterstützungsmassnahmen kommen noch dazu.

Pro Klasse (bei einem Durchschnitt von 20 Lernenden) ergibt dies ungefähr vier bis fünf IF-Lektionen. Die Ressourcen sind knapp bemessen. Individuelle Förderung geschieht jedoch nicht nur in den IF-Stunden. In der Zusammenarbeit von Klassen- und IF-Lehrperson entwickelt sich der Unterricht so weiter, dass möglichst viele Kinder auch im Unterricht vermehrt individuell gefördert werden kann.

Ist mit IF eine ruhige Arbeitsatmosphäre überhaupt möglich? Wie geht die Schule mit verhaltensauffälligen Kindern um?

Es gibt verschiedene Aspekte, die zu einer guten Lernatmosphäre beitragen, z. B. Wohlbefinden der Sch, Motivation, Beziehungen, usw. Es ist eine Tatsache, dass mit den heutigen Lehr- und Lernmethoden nicht immer absolute Stille herrscht. Diese Frage ist jedoch nicht abhängig von IF. Denn auch ohne IF wird mit einem Mix von bewährten und neueren Lehr- und Lernmethoden gearbeitet. Beim Arbeiten sind auch kreative Lösungen gefragt für Kinder, die wirklich Ruhe brauchen: Hörschutz, Nischen, verschiedene Zimmer, etc. Im Unterricht gibt es jedoch auch immer wieder ruhige Arbeitsphasen.

Lernende mit auffälligem Verhalten können den Unterricht stören. Die Lehrpersonen reagieren angemessen auf Unterrichtsstörungen. Dabei gibt ein erarbeitetes Interventionsmodell eine klare Struktur beim Umgang mit Verhaltensauffälligen vor und unterstützt somit die Lehrpersonen in ihrer Arbeit.

Zudem unterstützt das vom Schulteam entwickelte Angebot SoLe, dass sich Lernende mit auffälligem Verhalten wieder konstruktiv am Unterricht beteiligen können (siehe Kapitel SoLe).

Sind Kinder selbständig genug, um IF erfolgreich umzusetzen?

Selbständigkeit hat viel mit Vertrauen und Zumuten zu tun, stifte_4aber auch mit den Reaktionen von Erwachsenen auf Fragen der Kinder. Die Schule erwartet nicht, dass die Kinder beim Zeitpunkt des Eintritts in den Kindergarten schon selbständig sind. Es ist das Ziel, selbständig zu werden. Die Lehrpersonen unterstützen die Kinder auf dem Weg dazu. Selbständigkeit ist eine wichtige Kompetenz für das Leben.

Wiederkehrende und selbsterklärende Abläufe und Rituale haben an der Schule Wartegg einen hohen Stellenwert und unterstützen den Prozess zur Selbständigkeit. Das Lernmaterial soll noch vermehrt über alle Stufen hinweg einheitlich eingesetzt werden (z. B. Mathe-Pläne). Auch dies fördert die Selbständigkeit.

Beisst sich die Idee von IF mit der Leistungsbeurteilung?

Die Beurteilung orientiert sich an den Lernzielen der Sach-, Sozial- und Selbstkompetenz. Die Beurteilung muss sich jedoch weiterentwickeln. Es braucht neue Formen der Beurteilung. Der Förderprozess, die Fortschritte stehen im Vordergrund. IF hat das Ziel, dass jedes Kind die bestmögliche Leistung bringen kann. Die Lehrpersonen der Schule Wartegg könnten sich eine förder- und kompetenzorientierte Leistungsbeurteilung ohne Noten im Zusammenhang mit IF gut vorstellen. Die kantonalen Vorgaben sehen dies vorerst jedoch nicht vor.

Wie können Eltern unterstützt werden? Wann müssen Eltern einbezogen werden?

Eltern werden bei den Standortgesprächen einbezogen. Sie übernehmen Verantwortung für die Unterstützung des Kindes und halten Abmachungen ein. Die Abmachungen werden vermerkt und regelmässig überprüft. Die IF-Lehrperson stellt wenn nötig den Kontakt zu weiteren Unterstützungsangeboten her (Schulische Dienste, Sozialamt, Kinder- und Jugendpsychiatrischer Dienst, weitere Kontaktstellen und Therapieangebote).

Sobald ein Kind eine länger dauernde IF-Unterstützung erhält, werden die Eltern über die Förderplanung informiert. Stehen individuelle Lernziele zur Diskussion, müssen sie in die Entscheidungsfindung einbezogen werden. Eltern können jederzeit mit den Lehrpersonen und der Schulleitung Kontakt aufnehmen und sich über IF informieren lassen oder Anregungen und Meinungen einbringen.

stifte_8_neuWie wird IF nach der Primarstufe umgesetzt?
Wie ist der Übergang in die Sekundarstufe geplant?

Die Schulpflege der Stadt Luzern hat entschieden, dass auch auf der Sekundarstufe IF weiter geführt wird. Seit dem Schuljahr 13/14 wird das Niveau D ins Niveau C integriert. Die Klassen des Niveaus C werden analog zur Primarstufe durch eine Förderlehrperson unterstützt. In Zukunft sollen alle Kinder eine Stammklasse besuchen und in den einzelnen Hauptfächern individuell auf verschiedenen Niveaus gefördert werden. Das Langzeitgymnasium bleibt bestehen.

Kann eine Klassenlehrperson gleichzeitig auch IF-Lehrperson sein?

Ja, wenn die Lehrerin oder der Lehrer in Pensenteilung arbeitet und die Klasse als Klassenlehrperson unterrichtet und gleichzeitig als IF-Lehrperson an dieser Klasse tätig ist. Mit dieser Form reduzieren sich die Bezugspersonen für die Lernenden.Die Schule strebt an, dass IF-Lehrpersonen an mehreren Klassen der Stufe unterrichten, damit Synergien genutzt werden können.

Sind die Anforderungen an die Lehrpersonen nicht zu hoch? Kann der zusätzliche Arbeitsaufwand überhaupt bewältigt werden?

Die Anforderungen an die Lehrpersonen sind sehr hoch. Die Schule hat sich laufend aufgrund der gesellschaftlichen Vorgaben verändert. IF hat eine Weiterentwicklung des Unterrichts und der Zusammenarbeit zur Folge. In diesen Bereichen sind Unterstützungsangebote für die Lehrpersonen am Laufen. In der Einführungsphase ist der Mehraufwand beträchtlich. Es ist ein Ziel, dass die Lehrpersonen in Folgejahren auch von den Synergien der Zusammenarbeit profitieren können.Der Luzerner Lehrerinnen- und Lehrerverband fordert eine Überarbeitung des Berufsauftrages hinsichtlich des hohen Bedarfs an Gesprächen, die in der Integrativen Förderung für sämtliche betroffenen Lehrpersonen und die Fachpersonen der schulischen Dienste notwendig sind.

stifte_7Wie ist die Stimmung unter den Lehrpersonen mit der Einführung von IF?

Die Stimmung ist mehrheitlich gut. Die höhere Belastung ist jedoch spürbar. Das Schulteam ist gefordert, mit Ungewissheiten umzugehen und kreative Lösungen laufend zu erarbeiten.Die Lehrpersonen leisten viel und gehen die Neuerungen mit viel Elan und Energie an. Regelmässige Standortbestimmungen helfen mit, den Prozess stetig zu verbessern. Die Lehrpersonen werden durch die Schulleitung, gezielte Weiterbildungen und Coachings unterstützt.

Schulhaus Wartegg

Logo vslu mobile transparent